Veränderung

Erkenntnisse einer Facebook-Jungfrau

13 Jahre lang hat Facebook mich nicht interessiert. Nicht die Bohne. Alle waren drin: Freunde, Familie, Arbeitskollegen. Nur ich vertrat deutlich die Meinung, dass Facebook mal das sein wird, was das Arschgeweih in den 2000ern war: Eine Jugendsünde, aus einem schwachen Moment heraus und weil alle es hatten, mitgemacht. Und nach einer gewissen Zeit der Aufmerksamkeit und Faszination nur noch eins: Lästig und im Grunde genommen nicht mehr rückstandslos zu entfernen. Wie bei einer Tattooentfernung wird auch von Facebook immer etwas durchschimmern. Die Datenspuren werden für immer im Netz sichtbar bleiben.

Wenn man es denn überhaupt schafft, davon loszukommen. Schließlich führt Facebook einen durch eine „Schleife der sozialen Bestätigung“ in eine Art Abhängigkeit. Hat Sean Parker, ehemaliger Facebook-Manager kürzlich sogar selbst erzählt. Allein schon die Aussage, dass ein Unternehmen seine Kunden/Mitglieder abhängig machen will, sollte einem zu denken geben.

Und jetzt das.

Seit 6 Wochen bin ich bei Facebook und das mit gemischten Gefühlen. Mir ist klar, dass es ein Weg ohne Umkehr ist. Deshalb bin ich sehr bedacht, nicht wahllos rumzuklicken und zu liken. Ich versuche es mit einem gewissen „schau’n mer mal“ anzugehen und werde hier über meine Erkenntnisse und Beobachtungen berichten. Die erste Beobachtung war auch schon ziemlich lustig: Denn die allererste Werbung, die mir in meinem Account eingeblendet wurde, war diese:

„Fitness und Lotto? Was willst du mir damit sagen, Facebook? Dass ich übergewichtig und arm bin? Ist das die Grundannahme, die du triffst wenn ein Mensch seinen Account eröffnet? Das wäre aber ein wenig schmeichelhaftes Menschenbild das du da von deinen Mitgliedern hast, oder?“

Jedenfalls habe ich beschlossen, nie auf die Werbeanzeigen bei Facebook zu klicken und genau zu beobachten, welche ich als nächstes angezeigt bekomme. Schließlich muss Facebook mich ja einzuordnen lernen, sprich ein Profil von mir erstellen, damit sie mit meinen Daten Geld verdienen können. Denn eins ist klar:

 Alles was Du im Netz kostenlos bekommst, zahlst du mit Deinen Daten.

Zwei weitere Erkenntnisse 

Eine weitere Erkenntnis ist, dass man beim Einrichten seines FB-Accounts bei der harmlosen Frage „Kontakte aus dem Adressbuch importieren?“ nicht einfach auf „Ja“ klicken sollte. So wie ich, die dann plötzlich alle alten Karteileichen als potentielle Freundschaftsvorschläge angezeigt bekommen hat. Deshalb hier gleich ein Tipp: Am besten für Facebook eine neue E-Mail Adresse anlegen. Eine völlig unverbrauchte, so dass man sein Facebook-Ich vom echten Leben trennen kann.

Aber ich will ja nicht alles schlecht finden, was Facebook betrifft. Es hat auch seine guten Seiten. Beispielsweise ist es toll, wenn man bei einer Kommentarverlosung (nennt man das so?) etwas gewinnt. War nämlich bei mir der Fall. Ich habe auf der Seite von Punk Academy einen Kommentar hinterlassen und prompt eine Teilnahme am Business War Game gewonnen. Das war natürlich eine Riesenüberraschung und ich habe mich sehr gefreut. Das Business War Game geht am 29. Januar los und wir werden sehen, ob ich es schaffe, wie ein Punk zu präsentieren…

Ich bleibe jedenfalls neugierig, was Facebook und ich noch so weiter miteinander erleben.

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